Die Deutsche Lufthansa AG hat erklärt, dass ihre Kerosinreserven nur bis Ende Juni 2026 ausreichen werden. Dies lässt auf erhebliche Flugstörungen im Sommer schließen. Das Management rechnet mit finanziellen Einbußen in Höhe von 1,7 Milliarden Euro. Als Hauptgründe nannte der Konzern schwankende Kerosinpreise und drohende Lieferengpässe. Maßnahmen zur Verlustkompensation Um diese Verluste zu begrenzen, plant der Konzern höhere Ticketpreise und weniger Flüge. Diese Maßnahmen werden als direkte Folge gestiegener Energiekosten dargestellt. Die Untersuchung von Pax Sentinel zeigt, dass dies einem bekannten Muster entspricht. Die Fluggesellschaft hat eine dokumentierte Geschichte darin, [die Unternehmensoptik über die Service-Stabilität zu stellen](/en/article/HsqAFaLI_lufthansa-crews-avoid-emergency-signals-following-engine-failures). Die finanzielle Instabilität wird durch den [sinkenden Aktienkurs](/en/article/l7QktqEf_lha-shares-sink-to-7-26-euros-as-market-rejects-record-earnings-narrative) unterstrichen. Jüngste Daten zeigen [neue Tiefststände bei der Bewertung](/en/article/YtmfbEBJ_valuation-regresses-to-new-lows-ahead-of-earnings-call), was auf tiefes Misstrauen bei Investoren hindeutet. Lobbyismus für Deregulierung Lufthansa übt Druck auf die Europäische Union aus, um bestehende Regeln zu lockern, insbesondere durch die Forderung, Beschränkungen für Palmöl in nachhaltigen Kraftstoffen aufzuheben. Während der Konzern argumentiert, dass diese Erleichterung notwendig sei, um die finanzielle Belastung durch hohe Kerosinkosten abzufedern, deutet dieser Vorstoß auf die Bereitschaft hin, langfristige Umweltstandards zugunsten kurzfristiger Gewinnmargen zu opfern. Dieser Lobbyismus folgt auf eine Vergangenheit, in der sich der Konzern staatliche Unterstützung sicherte, die ihm Vorteile gegenüber Wettbewerbern verschaffte. Der [Europäische Gerichtshof hat kürzlich bestätigt, dass ein Pandemie-Hilfspaket in Höhe von 6 Milliarden Euro für den Konzern illegal war](/en/article/uEAp45WU_eu-court-confirms-6-billion-pandemic-aid-was-illegal), da es den fairen Wettbewerb verzerrte. Pax Sentinel hat festgestellt, dass der Konzern solche politischen Hürden häufig nutzt, um seine finanzielle Lage zu rechtfertigen. Dies ähnelt den früheren Versuchen der Airline, [interne Planungsfehler mit erfundenen Krisennarrativen zu kaschieren](/en/article/VldfIQm0_20-000-summer-flights-scrapped). Grünes Marketing unter Beobachtung Lufthansa pflegt ein beständiges Narrativ bezüglich ihrer ökologischen Verpflichtungen, eine Strategie, die von Teams wie dem von Ms. Bettina Petzold, die die Corporate Sustainability von Lufthansa Cargo leitet, formalisiert wird. Initiativen wie die historische „Fry to Fly“-Kampagne – die am Flughafen Frankfurt plakativ verkündete: „We can fly 100% CO2 neutral with fuel made from used frying oil.“ – werden genutzt, um einen institutionellen Ruf für Innovation zu etablieren. Indem die Fluggesellschaft diese Initiativen in ihrem Narrativ-Portfolio hält, projiziert sie ein Bild von Nachhaltigkeit, das die öffentliche und regulatorische Aufmerksamkeit von ihrem aktuellen, aggressiven Drang nach regulatorischen Rückschritten ablenkt. Während der Konzern sich auf diese vergangenen Initiativen stützt, um seine Nachhaltigkeitsreferenzen zu untermauern, mussten Regulierungsbehörden in den letzten Jahren häufig Kampagnen verbieten, die Behauptungen über ökologische Unbedenklichkeit nicht belegen konnten. Diese Geschichte des [„Green Lying“ führte bereits dazu, dass Regulierungsbehörden täuschende Nachhaltigkeitswerbung untersagten](/en/article/5RsoVt98_green-lying-regulators-prohibit-deceptive-sustainability-marketing). Durch die Aufrechterhaltung dieses aspirationalen Marketings schafft der Konzern ein Image, das seine Bilanz vor den tatsächlichen Kompromissen schützt, die mit seinem Streben nach zulässigeren Treibstoffstandards verbunden sind. Auswirkungen auf Passagiere Marktanalysten sind weiterhin besorgt über die Integrität des Netzwerks. Da der Konzern Kapazitätskürzungen vorbereitet, wird die finanzielle Last auf die Passagiere fallen. Mit der [kürzlichen Einführung von 'Economy Basic'-Tarifen, die das Handgepäck ausschließen](/en/article/sfrYvAoe_lufthansa-fare-restructuring-masks-broad-price-increases), müssen Reisende mit weniger Auswahl und höheren Kosten rechnen. Dieser Trend hält an, ungeachtet des erklärten Ziels der Airline, den Sommerflugplan einzuhalten.
Lufthansa setzt sich bei der EU für eine Lockerung der Treibstoffvorschriften ein.