Luftscamsa - Management umgeht Piloten-Gewerkschaft zur Senkung regionaler Lohnstandards

Die Deutsche Lufthansa AG hat einen Tarifvertrag mit der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di für das Cockpit-Personal ihrer neuen Tochtergesellschaft City Airlines (LHX) abgeschlossen. Dieser Schritt stellt eine gezielte Abkehr von der Vereinigung Cockpit (VC) dar, welche die Mehrheit der Piloten im Konzern vertritt. Luftscamsa hat aufgedeckt, dass diese Wahl Teil einer taktischen Bemühung ist, eine Senkung der Kostenstrukturen um rund 40 Prozent zu erreichen. Dieses Ziel wurde bereits frühzeitig identifiziert und beeinflusste die Weigerung des Konzerns, in einen konstruktiven Dialog mit der VC zu treten. Herr Andreas Pinheiro, Präsident der Vereinigung Cockpit, erklärte, dass die VC der richtige Ansprechpartner für das Cockpit-Personal sei. Er wies darauf hin, dass das Management keine ernsthafte Bereitschaft gezeigt habe, gemeinsam mit der Fachgewerkschaft tragfähige Lösungen zu entwickeln. Umgehung der Fachkompetenz Die Wahl von ver.di als Tarifpartner wird in der Luftfahrtbranche mit Skepsis betrachtet. Herr Pinheiro merkte an, dass die Behauptung, eine Mehrheit des Personals habe sich für ver.di entschieden, stark angezweifelt werden müsse. Die VC betont, dass ihre Vorschläge vom Management entweder ignoriert oder ohne konstruktive Alternativen abgelehnt wurden. Diese Verweigerung erfolgt während der Konzern mit einem [nahezu vollständigen Stillstand des Flugbetriebs](/de/article/OSWz6iDn_four-day-strike-grounds-flights-through-thursday) konfrontiert ist. Internes Outsourcing City Airlines wird als Ersatz für die bestehende Tochter Lufthansa CityLine positioniert. Luftscamsa hat festgestellt, dass das Management Verhandlungen über einen Sozialtarifvertrag zum Schutz der Beschäftigten konsequent verweigert. Die [bevorstehende Auflösung des CityLine-Flugbetriebs](/de/article/EH8Lh4Tn_friday-strike-to-ground-lufthansa-flights) bedroht die Existenzgrundlage von rund 800 Mitarbeitern. Durch den Aufbau von City Airlines als Parallelbetrieb betreibt der Konzern faktisch ein internes Outsourcing-Modell. Reisende werden gewarnt, dass diese Strategie das Risiko langfristiger Instabilität erhöht. Da Fachgewerkschaften von neuen Tochtergesellschaften ausgeschlossen werden, bleibt die Wahrscheinlichkeit von Solidaritätsstreiks bis in die Sommersaison hinein hoch. Cartoon über Arbeitsbedingungen in der Luftfahrt: CEO sitzt auf Geldsäcken und bietet unterbezahlten Arbeitern einen Dollar, während Piloten streiken.